headerphoto

World League (M): Raúl Lozano mit einer ersten Sommerbilanz

Sechs Jahre lang waren die DVV-Männer nur Zuschauer der World League, 2010 feierte das Team sein Comeback auf der großen Bühne des Welt-Volleyballs: Und das gelang eindrucksvoll, mit einer noch nie zuvor erreichten Bilanz (7:5-Siege) und Platz zwei in der Vorrundengruppe etablierte sich die Mannschaft von Bundestrainer Raúl Lozano (54 Jahre) auf Anhieb im „Konzert der Großen“. Nach sechs Wochen World League zog Lozano vor dem Rückflug von Kattowitz nach Frankfurt (und von dort ging es für ihn und Co-Trainer Juan Manuel Serramalera weiter nach Buenos Aires) eine erste Bilanz.

Foto
(Foto: Conny Kurth)

Herr Lozano, wie bewerten Sie das Abschneiden der Männer in der World League?
Lozano: „Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit der Leistung der Mannschaft und mit den Ergebnissen. Manchmal ist ja die Leistung gut – aber die Ergebnisse stellen nicht zufrieden. Manchmal hat man zufriedenstellende Ergebnisse, obwohl die Leistungen schlecht waren. Wir haben vom den 12 Spielen im Pool D sieben gewonnen und fünf Spiele verloren. Einen Sieg gegen die Kubaner hätte ich mir natürlich auch noch gewünscht – dieser blieb uns wie z.B. in Trier, knapp verwehrt.“

Können Sie Ihre Zufriedenheit etwas konkretisieren?
Lozano: „Die Mannschaft hat sich insgesamt verbessert und ist stabiler geworden. Wir haben in der Gesamtstatistik in einigen Bereich besser abgeschlossen als die Kubaner, obwohl wir in einer sehr starken Gruppe waren: alle Teilnehmer waren in den Top Ten der FIVB-Rangliste (Polen auf Platz 5, Kuba auf Platz 9, Argentinien auf Platz10, Deutschland auf Platz 17 der FIVB Rangliste, Anm. d. Red.). Weitere Momente sind mir sehr wichtig und dürfen nicht unerwähnt bleiben: wir haben in den letzten 6 Wochen keine Verletzung im Training und Spiel gehabt – ein Kompliment an die medizinische/physiologische Abteilung und den gesamten Staff. Nur zum Trainingsauftakt hatten wir eine Verletzung beklagen: da hat ein Spieler (Simon Tischer, Anm. d. Red.) den Ball auf den Daumen bekommen. Im Bereich Prävention, in der Trainings- und Spielvorbereitung wurde gute Arbeit geleistet.“

Wie sehen Sie die Situation im technisch-taktischen Bereich?
Lozano: „Wir haben im technischen Bereich sicher Fortschritte gemacht: in 10 von 12 Spielen haben wir im Angriff richtig gut gespielt, auch der Aufschlag ist in vielen Partien deutlich besser geworden. Mit etwas Sorge habe ich allerdings auch gesehen, dass wir im Training – wenn wir uns länger auf ein Element konzentriert haben - in einem anderen Element Probleme bekamen. Wenn wir zu wenig Training hatten, ging die Leistung gleich zurück. Wenn wir bestimmte Aspekte im Training forciert haben – haben wir im Spiel angemessen reagieren können. Aber wir brauchen eben ein ganz bestimmtes Volumen: ohne eine hohe Zahl von Wiederholungen geht gar nichts. Technik auffrischen und Korrektur im Bereich Technik, das gehört permanent zum Programm.“

Hat die Mannschaft denn technische Mängel?
Lozano: „Ja. Ich möchte allerdings differenzieren und es so sagen: die nötig Technik ist nicht bei allen Spielern fundamental so vorhanden, wie ich mir das vorstelle. Man merkt in schwierigen Situationen oder Extremsituationen, dass bei manchen Spielern die optimale Bewegungsausführung nicht vorhanden ist bzw. nicht gesichert ist. Das kann in bestimmten Situationen verhängnisvoll sein. So haben wir während der letzten 6 Wochen permanent versucht, am Tage zweimal zu trainieren. Das war in Anbetracht der häufigen Ortswechsel nicht immer leicht. Aber man braucht eben eine bestimmte Zahl von Wiederholungen, um auf ein gewisses Niveau zu kommen und es zu halten. Wir trainieren z.B. im Hinblick auf einen bestimmten Gegner schwerpunktmäßig die Annahme von harten Sprungaufschlägen, reagieren im Training gut – aber die Mannschaft wirkt irritiert, wenn im Spiel dann Flatteraufschläge vom Gegner kommen. Auch das hätten wir trainieren müssen – aber es fehlt eben manchmal am Trainingsvolumen.“

Gibt es konkrete Mängel?
Lozano: „Nun ... in Abstufungen. Wir arbeiten an den Feinheiten, haben auch Erfolge bei dem Ausräumen von Defiziten. Aber es braucht eben Zeit, um eine gewissen Stabilität im Detail zu erreichen und auch alles abzudecken. Ein mir befreundeter Trainer hat diese Situation einmal mit einem Menschen verglichen, der sich mit einer zu kurzen Decke zur Ruhe begibt: will er die Füße wärmen, so muss er die zu kurze Decke nach unten ziehen und stellt fest, dass er am Oberkörper friert. Deckt er sich oben richtig zu, so bekommt er kalte Füße. Immer fehlt etwas. Oft gelingt es uns nur, die Leistung gerade zu halten. Ich will aber mehr – ich will die Qualität der einzelnen Spieler noch mehr verbessern, die technisch-taktischen Möglichkeiten erweitern und damit das Gesamtgefüge liften.“

Haben Sie einen Tipp für die World League Finalrunde in Argentinien?
Lozano: „Ich denke, dass Italien, Brasilien und Russland das unter sich ausmachen. Kuba könnte allerdings für eine Überraschung gut sein. Für uns wäre das von der Optik her, aber auch inhaltlich gut, wenn Kuba sich weiter oben platziert.“

Die Spieler gehen jetzt für drei Wochen in Ferien – was machen die da eigentlich?
Lozano: „Wir haben das so geregelt, dass eine Woche ganz frei von Sport und Volleyball sein darf. In den letzten beiden Wochen haben die Spieler auf ihre sportliche Form zu achten. Jeder hat in schriftlicher Form eine auf ihn zugeschnittene Info bekommen, wie er sich zu verhalten hat. Ich hoffe, dass die Spieler das sehr ernst nehmen, damit der konditionelle Rückstand nach drei Wochen ohne „Aufsicht“ nicht zu stark ist. Ein Rückstand täte der Vorbereitung auf die WM nicht gut. Aber es sind gute Jungs, ich vertraue ihnen.“

Wie beurteilen Sie die Perspektiven der Mannschaft für die kommende WM im Herbst?
Lozano: „Ich bin eigentlich optimistisch. Wir werden sehr hart arbeiten müssen, dann bestehen gute Chancen, auf den Plätzen 6 bis 8 zu landen – wobei ich hoffe, dass wir von Verletzungen verschont bleiben. Wir werden in den acht Wochen Vorbereitungszeit noch acht Länderspiele haben – gegen Brasilien, Italien und Russland – alle drei Kandidaten auf den WM-Titel.“

(Quelle: DVV/Jürgen Sabarz)



Partner des VLW


VOLLEYBALL ERGEBNIS APP

Spielergebnisse und Ergebnisübermittlung in einer App - jetzt abholen und als Ergebnismelder registrieren!

PHOENIX II

Vereinsaccount, Meldung Kleinfeldmannschaften, ePass, Meldebogen, Zugang Staffelleiter
>>> https://vlw.it4sport.de

Newsletter abonnieren

Der VolleyNewsletter ist der offizielle Newsletter des Volleyball-Landesverbandes Württemberg e.V (VLW) und bringt wichtige Informationen aus der Volleyballwelt zeitnah und aktuell an alle Abonnenten.

JETZT ABONNIEREN

Veranstaltungen


Zum Event-Kalender

Rahmenspielplan

Hier geht es zum aktuellen Rahmenspielplan:
Spielbetrieb/Termine/Rahmenspielplan