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WM 2010 (M): Patrick Steuerwald: "Es ist alles möglich"

Patrick Steuerwald hat sich in den vergangen anderthalb Jahren zum Zuspieler Nummer eins bei den DVV-Männern entwickelt. In European League, World League, WM-Qualifikation oder bei der EM - Bundestrainer Raúl Lozano setzte stets auf den nur 1,80 Meter großen Ballverteiler, der in der Saison 2010/11 erstmals für einen ausländischen Klub (Perugia/ITA) die Bälle verteilt. Auch bei der WM, die nun auf die Zielgerade einbiegt, stand Steuerwald bislang in der Stammformation. Vor den Partien gegen die Tschechische Republik und Brasilien äußerte er sich im "Interview der Woche".

Wie fällt ihr bisheriges WM-Fazit aus?
Steuerwald: "Eigentlich positiv. Wenn mir vor dem Turnier jemand gesagt hätte, dass wir heute hier stehen, dann hätte ich das angenommen. Allerdings haben wir nicht alle Spiele so gespielt, wie wir können bzw. wollten. Dennoch muss man das Positive sehen - wir sind hier."

Wie gefällt Ihnen die WM von der Atmosphäre, von dem ganzen Drumherum?
Steuerwald: "Es ist ein Erlebnis. Vor allem natürlich das Spiel gegen Italien, das war ein besonderes Spiel. In Triest hatten wir das Glück, dass die Polen da waren und gute Stimmung gemacht haben. Deshalb ist es bisher sehr positiv."

Wie kommt es, dass sie sehr überzeugend gegen Italien beginnen, am Ende aber das Ganze völlig unnötig aus der eigenen Hand geben?
Steuerwald: "Durch unser Auftreten haben wir den Gegner wieder ins Spiel gebracht. Nach den zwei Assen von Savani Mitte des zweiten Satzes haben wir nervös reagiert, ich weiß nicht, warum. Dadurch haben wir sie aufgebaut und ihnen den Sieg "geschenkt", der an diesem Tag gegen Italien durchaus möglich war."

Wie beurteilen Sie ihre eigene bisherige Turnier-Leistung?
Steuerwald: "Auch sehr schwankend. Ich denke, ich habe gegen Polen und Kanada zwei gute Spiele gemacht, der Rest war nicht so, wie ich mir das vorstelle. Trotzdem haben wir gegen Puerto Rico gewonnen, was ja auch für die Mannschaft spricht. Ich hoffe darauf, jetzt wo es entscheidend ist, meine besten Spiele zu machen. Momentan ist es die Konstanz, die mir fehlt."

Gibt es Gründe dafür?
Steuerwald: "Es ist eine andere Belastung hier als z.B. in der World League. Dort kann man sich zwei Tage auf die Halle einstellen, hat zwei Spiele gegen den gleichen Gegner. Der Modus bei der WM, in der Vorrunde drei Tage am Stück 100% Leistung bringen, dann zwei Tage am Stück 100% Leistung bringen, das ist sehr anspruchsvoll, und man muss sich erst daran gewöhnen."

Was ist mit ihrem Aufschlag los? Der kommt fast gar nicht?
Steuerwald: "Das hat damit zu tun, dass ich den erst vor kurzem umgestellt habe. Da ist es normal, dass es einfach Tage gibt, wo der Aufschlag nicht kommt, weil die Umstellung noch nicht verinnerlicht ist. Bisher konnte ich immer sehr viel den Aufschlag trainieren, das fehlt bei der WM etwas. Entweder finde ich das Gefühl dafür wieder, oder ich muss den "alten" wieder machen, der nicht so effektiv ist. Aber die Fehleranzahl bei dem Neuen ist aktuell zu hoch."

Oder liegt es vielleicht daran, dass es für Sie und viele andere im deutschen Team die erste WM ist?
Steuerwald: "Das kann unterbewusst eine Rolle spielen, aber bewusst nicht. Wir haben vorher schon gegen die meisten Mannschaften gespielt, und in jedem Trainingsspiel habe ich die gleiche Einstellung wie bei der WM. Ich möchte gewinnen und ich will gut spielen. Es auf die WM-Premiere zu schieben, wäre eine zu einfache Ausrede."

Was sagen Sie zum umstrittenen Modus und dass Teams absichtlich Spiele abgeben?
Steuerwald: "Dass Teams absichtlich Spiele verlieren, ist eher unschön. Vor allem anderen Mannschaften gegenüber, aber natürlich auch schade für die Zuschauer. Die zahlen viel Geld dafür, dass sie den Weltranglisten-1. gegen den -4. sehen und bekommen dann so etwas geboten. Der Modus ist eigentlich sehr hart. Momentan sind wir Nutznießer davon, sind immer noch im Rennen und können theoretisch noch Weltmeister werden. Es sind sehr viele Spiele in sehr kurzer Zeit."

Nach dem ITA-Spiel hat sich die Mannschaft zusammen gesetzt und diskutiert. Am Tag danach wurde gemeinsam geschwommen und Pizza gegessen. Wie wichtig waren diese Maßnahmen für das Team, für das Klima?
Steuerwald: "Es gehört dazu, dass man Rückschläge verarbeitet. Daraus kann man auch lernen, wenn man es richtig angeht. In den zwei Jahren, seitdem Raúl Lozano Trainer ist, haben wir dies erstmals benötigt. Vorher lief alles gut für uns. Wenn man daraus das richtige Fazit zieht, kann man daraus lernen und als Mannschaft wachsen."

Gegen Tschechien wurde in der Vergangenheit meistens gewonnen, gegen die Brasilianer in der Vorbereitung sensationell zweimal gewonnen. Deutschland geht doch nicht als Favorit in die Gruppe, oder?
Steuerwald: "Ich denke, eher nicht. Was war, ist vorbei. Historie interessiert nicht, die Tschechen haben bislang ein starkes, konstantes Turnier gespielt. Sie haben gute Einzelspieler wie man auch an den Einzelstatistiken sehen kann. Die Brasilianer haben auch bewiesen, dass mit ihnen hier zu rechnen ist. Z.B. als sie gegen Polen sehr deutlich 3:0 gewonnen haben. Man muss mit dem nötigen Respekt in die Spiele gehen, aber man darf keine Angst haben. Volleyball können alle Teams spielen, die jetzt noch im Turnier sind."

Was ist gegen CZE und BRA drin?
Steuerwald: "Es ist viel drin, sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. Es sind so viele Mannschaften auf einem Level, sodass die Tagesform entscheidet. Da kann es gut laufen, aber auch in die Hose gehen. Es ist alles möglich."

Deutschland hat bislang eine WM-Medaille gewonnen, das war 1970 das Sensations-Gold für die DDR-Männer. Ist eine zweite WM-Medaille realistisch oder nur ein Traum?
Steuerwald: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nur ein Traum. Ob es realistisch ist, können wir in drei Tagen sagen."

Spielplan
Pool O (Rom)

4.10.: FRA - USA (17.00)
5.10.: USA - ITA (21.00)
6.10.: ITA - FRA (21.00)

Pool P (Florenz)
4.10.: SRB - ARG (17.00)
5.10.: RUS - SRB (17.00)
6.10.: ARG - RUS (17.00)

Pool Q (Florenz)
4.10.: ESP - BUL (21.00)
5.10.: CUB - ESP (21.00)
6.10.: BUL - CUB (21.00)

Pool R (Rom)
4.10.: CZE - BRA (21.00)
5.10.: GER - CZE (17.00)
6.10.: BRA - GER (17.00)


Quelle: DVV



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